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Blick über die Grenze

 (4. 4. 2011)

Der Deutsche Sachverständigentag (DST) fordert das Verbot von Verbrauchsenergieausweisen.

In Deutschland kann unter gewissen Bedingungen (Wohngebäude mit > 4 Wohnungen, Bauantrag nach 1.11.1977 oder bei Gebäuden, welche das Wärmeschutzniveau der 1. Wärmeschutzverordnung von 1977 erreichen) gewählt werden, ob ein verbrauchsorientierter oder ein bedarfsorientierter Energieausweis erstellt wird.

Der Unterschied besteht im Wesentlichen darin, dass bei einem verbrauchsorientierten EAW als Grundlage lediglich der Energieverbrauch der letzten drei Jahre herangezogen wird (d.h. keine Vor-Ort Besichtigung, abhängig vom Nutzerverhalten). Im Gegensatz dazu wird bei einem bedarfsorientierten EAW der tatsächliche Gebäudezustand (Bauteile, Haustechnik) erfasst und, mit einem normierten Benutzerverhalten hinterlegt, dargestellt. Somit wird auch eine Vergleichbarkeit von Energieausweisen unterschiedlicher Gebäude garantiert.

Nun hat der Deutsche Sachverständigentag (DST) die Politik aufgefordert, die Nutzung verbrauchsabhängiger Energieausweis zu verbieten, da sie sich in der Praxis nicht bewährt hätten. Folgende Punkte wurden konkret bemängelt: 

  • keine Vergleichbarkeit von Energieverbrauchsdaten
  • würden zum Missbrauch einladen
  • führten nicht dazu, dass Energie eingespart werde 

Darauf hat der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) im Rahmen des DST am 17. und 18. März 2011 in Berlin hingewiesen. Stattdessen solle der bedarfsorientierte Energieausweis in modifizierter Form „das zentrale Element der Energieberatung werden“. Ein guter Zeitpunkt zur Novellierung des bedarfsorientierten Energieausweises und Abschaffung des verbrauchsorientierten Energieausweises sei die EnEV-2012-Novelle.  

Quelle: GEB newsletter 07/2011

 


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